Hauptstadtkonferenz der Kammerunion Elbe/Oder und des EU-Projekts EMMA

Am 21. Februar 2018 fand die diesjährige EMMA-KEO-Hauptstadtkonferenz in Berlin statt. Unter dem Titel „Enhancing Inland Navigation in the Baltic Sea Region“ waren die Hauptthemen Perspektiven für die Binnenschifffahrt und der Fluss-See-Schifffahrt sowie die Präsentation erster Ergebnisse aus der Arbeit der EMMA-Partner. Einen Schwerpunkt bildete zudem die Frage nach neuen Technologien in Hinblick auf Navigationsbeschränkungen und Umweltaspekten.
Das Akronym EMMA steht für den englischen Titel: „Enhancing freight Mobility and logistics in the Baltic Sea Region by strengthening inland waterway and river sea transport and proMoting new internAtional shipping services”.
Per Thöresson, Botschafter Schwedens, betonte in seiner Eröffnung, dass das EMMA-Projekt das erste europäische Projekt ist, welches speziell die Binnenschifffahrt thematisiert.
Kathrin Schneider, Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, befürwortete die Unterstützung der Binnenschifffahrt. Bei maximaler Auslastung kann ein Binnenschiff bis zu 440 LKWs ersetzen und auf diese Weise Städte, Straßen und Autobahnen entlasten. Als zukünftige Herausforderung identifizierte die Ministerin die Digitalisierung in der Binnenschifffahrt. Dazu gehören die Schiffe, die Infrastruktur entlang und auf den Wasserstraßen sowie die Transportketten. Damit werden Planungssicherheit und Intermodalität von Transporten gestärkt, so die Ministerin.
Auch Thomas Webel, Minister für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt, betonte die Vorteile der Binnenschifffahrt. Es gilt gemeinsame Grundlagen zu schaffen, um die Arbeit mit diesem Transportmittel zu sichern. Zwar besitzt Sachsen-Anhalt keine Außengrenzen zu den europäischen Nachbarnationen, ist aber über verschiedene Wasserwege mit diesen vernetzt. Die Elbe ist der bedeutsamste Wasserweg in Sachsen-Anhalt und spielt bei Großtransporten auf mittleren und langen Strecken eine wichtige Rolle. Mit dem Gesamtkonzept Elbe wurde am 17. Januar 2017 die Grundlage zur Entwicklung von Maßnahmen zum Schutz der Binnenelbe und deren Auen entwickelt.
Unterschiedliche Umweltbeschränkungen und Navigationshindernisse wurden benannt und erörtert. Während auf den mittel- und ostdeutschen Wasserwegen der niedrige Wasserstand das größte Hindernis einer gesicherten Binnenschifffahrt ist, haben skandinavische Länder andere Hindernisse. Magnus Burman vom Königlichen Institut für Technologie in Stockholm berichtete von Forschungsergebnissen zur Vereisung von schwedischen Wasserwegen in den Wintermonaten.